Der Ideenwettbewerb „Goethestein Exten“
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Ausschreibung


Der Goethestein

Zur Erinnerung an die Besuche des Dichterfürsten in Exten soll im Park ein künstlerisch gestalteter „Goethestein“ gesetzt werden. Für den Wanderer ein Zeichen am Wegesrand, für die Landschaft eine Markierung und für die Kunst eine Aufgabe. Die Entwürfe werden auf dem diesjährigen Gartenfestival „Jardin ouvert“ vom 26. bis 28. August vorgestellt und von einer hochkarätigen Jury, deren Mitglieder bewusst aus sehr unterschiedlichen Lebensbereichen kommen, bewertet:


Die Jury:


Wissenschaft: Prof. Dr. Hubertus von Amelunxen

Präsident der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Sport: Radka Schöne, Sportlerin aus Tschechien, Rinteln

Medien: Henning von Steuben, Chefreporter BILD Hannover

Wirtschaft: Ina Knoke-Strunk, Firma Polyform, Rinteln

Verwaltung: Oberbaurat Reinhold Koch, Stadt Rinteln


Preis:  Der Sieger erhält einen Geldpreis in Höhe von € 1.000,00.


Einsendungen an:             


Dietrich v.Blomberg

Im Gallenort 20

31737 Rinteln

Tel.: 05751 95 72 77

mail: info (at) orangerie-exten.de    


Einsendeschluss:    15. August 2011

Hintergrund


Exten bei Rinteln an der Weser gehört zu den ältesten Dörfern im Weserbergland. Hier, wo die schnelle Exter in das Urstromtal der Weser mündet, fanden Menschen schon in grauer Vorzeit einen idealen Siedlungsort. Erwähnt wird das Dorf erstmalig im Jahre 896.


Zu den Besonderheiten Extens gehört, dass der historische Gutspark über die Jahrhunderte erhalten blieb. Lange Zeit wurde er nur für den Obst- und Gemüseanbau genutzt, bis im 17. Jahr-hundert die große Gartenkunst das kleine Dorf erreichte. Wir kennen einen kolorierten Plan aus dem Jahre 1726 vom damaligen Gutsbesitzer, eines Grafen von Wartensleben, der eine prachtvolle barocke Parkanlage darstellt. Und dieser Park hat existiert: Bestandsreste der Anlage sind noch heute im Gelände zu finden.


Die Grafen von Wartensleben waren eine sehr wohlhabende und bedeutende Familie, die weit über Exten hinaus wirkte. Eine besondere Freundschaft pflegte die schöne Isabella von Wartensleben zu dem Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, der sie ab 1779 sogar mehrfach in Exten besuchte und mit ihr durch den Park wandelte.


Dokumentiert sind diese Besuche in Goethes Korrespondenz mit Charlotte von Stein, auch existiert noch eine Zeichnung, die Goethe in Exten anfertigte. Das Original hängt im Museum für bildende Künste in Leipzig, eine Kopie in der Heimatstube von Exten.



Mehr Info:

www.orangerie-exten.de

www.heimatverein-exten.de

www.mdbk.de

Standort


Am frühen Morgen des 26. Mai 2011 gab es im Park von Exten ein lautes Krachen und die Erde zitterte: eine über 200-jährige Eiche war umgefallen. Dabei zerbrach sie eine Mauer, verwüstete eine Strasse, lädierte einen Carport und zerstörte einen Garten. Einfach so. Sie stand in vollem Grün und es wehte nur ein laues Lüftchen. Zum Glück waren die Kinder schon in der Schule und gerade kein Auto auf der Strasse. Nachbarn und Passanten sind mit dem Schrecken davon gekommen, sie wurden aber eindrucksvoll an die Gewalt, die von alten Bäumen ausgehen kann und an den Respekt, den sie verdienen, erinnert.























Dieser Baum stand schon zu Goethes Zeiten dort. Wir haben 244 Jahresringe gezählt, Geburtsjahr 1767. Als Goethe 1779 den Park besuchte, war das Bäumchen schon 12 Jahre alt. Goethe kann diesen Baum zwar nicht gepflanzt haben, aber dieser Baum hat mit Sicherheit den Dichterfürsten noch gesehen. Als er mit der jungen Gräfin Isabelle von Wartensleben durch den abendlichen Gutspark wandelte. Eine schöne Vorstellung.


Um 1900 zog man eine Mauer um den Park. Da muss dieser Baum schon sehr eindrucksvoll gewesen sein, denn man baute die Mauer bis an den Baum und dann auf der anderen Seite weiter. Ein belangloses Gewächs hätte man entfernt, dieser Baum aber blieb stehen. Die Eiche stand also seit 1900 in einer Mauer.















In einigen Tagen werden wir die Reste dieses Schadens beseitigt haben. Was dann bleibt, ist ein Loch in der Mauer. Man könnte dieses Loch natürlich einfach zumauern. Ich habe aber etwas anderes vor:


Die Mauer wird wieder so aufgebaut wie sie war und dort, wo der Baum stand, soll künftig ein Kunstobjekt stehen. Das ist ein starker Standort. Dieses Objekt würde, ganz so wie die alte Eiche, hineinwirken in den öffentlichen Raum auf die Strasse und zugleich von der anderen Seite zu einer weiteren Besonderheit des Parkes werden. Wenn es gut gemacht ist, wird es auch künftig Fußgängern oder Radfahrern einen Blick wert sein. Und es soll eine Information geben: dies ist der Park, durch den schon Goethe wandelte. Ich will also einen "Goethestein" setzen, ein plastisches Zeichen, das an die Besuche des grossen Dichterfürsten in unserem kleinen Dorf erinnert.


Um ein besonders schönes und eindrucksvolles Kunstobjekt zu bekommen, habe ich diesen Ideen-Wettbewerb ausgeschrieben. Ich bin sehr gespannt auf die Entwürfe und natürlich auf die Entscheidung der Jury.


Mitmachen darf jeder, bekannte Künstler ebenso wie Studenten, Hobby-Bildhauer oder Schüler. Es geht einfach um die beste Idee. Einsendeschluss ist der 15. August.


Die Entwürfe werden ausgestellt auf dem diesjährigen Garten-festival "Jardin ouvert", das vom 26. bis 28. August wieder rund um die Orangerie im Park statt finden wird.


Die Jury entscheidet am 28. August und dem Gewinner winkt ein Geldpreis.


Dietrich v.Blomberg

Exten 28.05.2011

Und sie war für jeden Fuß-gänger oder Radfahrer, der den Gallenort entlang kam, einen Blick wert. Alle paar Jahrzehnte, wenn der Baum wieder gegen die Mauer gewachsen war, warf er die ihn einengenden Steine beim nächsten Sturm auf die Straße. Das letzte Mal im Jahre 2007. (Bild)


































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